Problembeschreibung:
Die in diesem Beitrag beschriebenen Punkte tragen dazu bei, Fehler in IFC-Dateien zu minimieren, die als Grundlage für die Planung in DDScad verwendet werden sollen.
Troubleshooting:
Allgemeine IFC-Qualität
- IFC-Version mindestens als IFC2x3, coordination view 2.0 (Implementation Level ≥ 2.0, Schema = IFC2X3) verwenden.
- Hierfür ist DDScad im Im- und Export zertifiziert. Das Handling von IFC4 ist möglich und unterscheidet sich nicht grundlegend, einige Bauteile sind hier aber anders klassifiziert. (ein Beispiel ist die Definition der Wände, hier gibt es kein IfcWallStandardCase mehr)
- Geometrie dem Projektziel anpassen und übertrieben detaillierte Bauteile (z. B. Schrauben mit Gewinde) vermeiden, um Performance und Dateigröße im Rahmen zu halten.
- Relevante Bauteile nicht als IfcProxyElement ausgeben, sondern passende IFC-Klassen (Wand, Decke, Dach, Raum usw.) verwenden.
Projekt- und Gebäudestruktur
- Immer vollständige Struktur liefern: Projekt, Standort (IfcSite), Gebäude (IfcBuilding) und mindestens eine Etage (IfcBuildingStorey) anlegen.
- Sinnvolle Namen für Standort und Gebäude vergeben, nicht „Default“ verwenden, und diese Bezeichnungen über den gesamten Projektverlauf beibehalten.
- Standortkoordinaten (RefLatitude, RefLongitude, RefElevation) einmal festlegen und nur nach gemeinsamer Projektentscheidung ändern.
- Gebäudedrehung und Ursprung konsistent zum Standort definieren und spätere Drehungen des Gebäudemodells vermeiden.
Etagen / Geschosshöhen
- Nur echte Geschosse als IfcBuildingStorey klassifizieren, keine Schnitte, Ansichten oder Teilzeichnungen als zusätzliche Etagen exportieren.
- In allen Fachmodellen identische Etagenstruktur sicherstellen: gleiche Anzahl an Geschossen, konsistente Höhen und nachvollziehbare Zuordnung.
- Einfügehöhen der Etagen (Z-Koordinaten) so definieren, dass sie mit den realen Fußbodenaufbauten und Gesamtgeschosshöhen übereinstimmen.
Räume
- Für Referenz- und Berechnungsmodelle alle relevanten Räume als IfcSpace modellieren und exportieren.
- Räume immer der korrekten Etage (IfcBuildingStorey) zuordnen und keine geschossübergreifenden Räume erzeugen.
- Räume so abgrenzen, dass sie sich weder innerhalb eines Geschosses noch zwischen Geschossen überlappen.
Wände, Öffnungen, Fenster, Türen
- Wände als IfcWallStandardCase exportieren (nicht nur IfcWall), damit Mehrschichtaufbau und Öffnungen sauber in DDScad-Wände konvertiert werden können.
- Runde Wände können nicht interpretiert werden. Diese sind als Vieleck darzustellen, wobei die Anzahl der hierfür verwendeten Punkte sinnvoll zu wählen ist.
- Für Berechnungen (z. B. Heizlast) Wände pro Etage trennen und jede Wand der richtigen Etage zuordnen.
- Fenster als IfcWindow und Türen als IfcDoor klassifizieren, nicht als generische oder Proxy-Objekte.
- Öffnungen als IfcOpeningElement definieren und korrekt verknüpfen: Wand → Öffnung → Fenster/Tür.
Decken, Böden, Dächer, Stützen
- Geschossdecken und Bodenplatten als IfcSlab exportieren, damit sie als Böden/Decken erkannt werden.
- Dächer als IfcRoof oder IfcSlab modellieren, beide Klassifizierungen sind für die Verwendung in DDScad geeignet.
- Stützen als IfcColumn klassifizieren und geschossweise trennen und den jeweiligen Etagen zuordnen.
- Diese haben keinen Einfluss auf Berechnungen, welche DDScad durchführt.
- IfcSpaces sollten durchgehend definiert sein und nicht durch Stützen unterbrochen werden.
Konstanz im Projektverlauf
- Standortparameter (RefLatitude, RefLongitude, RefElevation), Gebäudedrehung und Etagenstruktur nach Projektstart nicht mehr verändern, außer nach expliziter Abstimmung mit allen Fachplanern.
- Hinzufügen einer tiefer oder höher liegenden Etage ist weniger fehleranfällig als ein späteres Aufteilen der Geschosse
- Ein Einschieben von Etagen ist zu vermeiden.
- Bei Aktualisierungen neue IFC-Versionen mit gleicher Grundstruktur, identischer Etagenorganisation und unveränderten Referenzen liefern, damit Referenzmodelle in DDScad problemlos aktualisiert werden können.
Übergabe und Kommunikation
- Modell vor dem Export eigenständig auf fehlende Räume, falsche Klassifizierungen und unklare Etagen prüfen und diese Punkte korrigieren, anstatt auf Korrekturen beim Import zu setzen.
- Für Rückfragen, Änderungswünsche und Korrekturhinweise BCF-Issues (BIM Collaboration Format) verwenden und diese eindeutig mit betroffenen Bauteilen und IFC-Elementen verknüpfen.