Problembeschreibung
Wir werden oft gefragt, welche Hardware für DDScad angeschafft werden soll.
Insbesondere die Grafikkarte ist ein zentrales Thema.
Troubleshooting
Vorwort: Prinzipiell leisten wir keine Kaufberatung, und sprechen auch mit diesem Beitrag keine gezielten Empfehlungen aus, welche genaue Hardware nun explizit für Sie als Kunden die richtige ist. Diese Entscheidung ist immer sehr individuell, daher befassen wir uns hier eher mit den verschiedenen am Markt verfügbaren Typen und zeigen Unterschiede sowie Vor- und Nachteile auf.
Dabei konzentrieren wir uns nachfolgend gezielt auf CAD Workstations (Standalone oder mobil/Laptop/Notebook).
Virtualisierte Plattformen jeglicher Art sowie Serversysteme klammern wir in diesem Beitrag bewusst aus, da dort zusätzlich spezielle Umgebungsbedingungen berücksichtigt werden müssen, die unten genannten Informationen sind teilweise nur bedingt oder gar nicht übertragbar.
Allgemeines
In der Regel nicht geeignet sind sogenannte "OnChip" Grafikeinheiten, die - in der CPU integriert - meist nur eine geringe Performance bieten. Beispiele hierfür sind Intel UHD, oder auch Intel Iris / Xe. Weiterhin zählen dazu insbesondere integrierte Radeon‑Grafikeinheiten in AMD‑APUs, die zwar für Office und einfache 3D‑Aufgaben ausreichend sind, jedoch weder die notwendige OpenGL‑Performance noch professionelle Treiberunterstützung für komplexe CAD‑Modelle bieten. Gleiches gilt für integrierte GPUs in SoCs anderer Hersteller (z. B. Apple‑, ARM‑ oder mobile Plattformen), die primär für Consumer‑ beziehungsweise Mobile‑Szenarien ausgelegt sind und keine Performance für klassische CAD‑Workstations aufweisen. Hier kann es sogar zum Absturz von DDScad kommen.
Zudem beschränken wir uns hier ausschließlich auf Hardware vom Hersteller NVIDIA, diese sind mit Abstand am weitesten verbreitet, und bieten eine sehr gute Treiberunterstützung seitens des Herstellers.
Die Wahl der richtigen NVIDIA-Grafikkarte und des passenden Treibers ist für CAD-Anwendungen mit OpenGL-Unterstützung entscheidend für Performance, Stabilität und langfristige Unterstützung. Anwendungen wie DDScad nutzen OpenGL als primäre Grafik-API, was spezielle Anforderungen an Hardware und Treiber stellt.
NVIDIA RTX (PRO) Serie (ehemals Quadro oder RTX A)
Die professionellen RTX / RTX PRO Grafikkarten sind speziell für CAD-Workstations konzipiert. Sie unterscheiden sich von Consumer-GeForce-Karten nicht grundlegend in der Hardware-Architektur, sondern primär durch spezialisierte Treiber, erweiterte Zertifizierungen und Stabilitätsoptimierungen.
Zentrale Vorteile professioneller Grafikkarten, die wir ausdrücklich für DDScad empfehlen:
- ISV-Zertifizierungen: CAD-Kompatibilität - auch wir testen intern ausschließlich mit diesen Grafikkarten
- oft ECC-RAM: Fehlerkorrektur-Speicher für höhere Datenintegrität bei langen Arbeitssitzungen
- Größerer VRAM: Professionelle Karten bieten typischerweise mehr Videospeicher
- Optimierte OpenGL-Performance: Speziell für OpenGL-basierte CAD-Anwendungen wie DDScad können professionelle Karten deutlich bessere Leistung bieten als vergleichbare GeForce-Modelle
- Niedrigerer Stromverbrauch: Workstation-GPUs sind meist auf Stabilität statt Maximaltakt ausgelegt, wodurch die Leistungsaufnahme im professionellen Einsatz oft etwas geringer ausfällt.
Tipp: Man erkennt diese o.g. professionellen Modelle üblicherweise an der Typenbezeichnung, vierstellig mit den zwei Nullen am Ende, beispielsweise RTX 4000. Dreistellig ist eher "Entry-Level" und eher unterdimensioniert.
NVIDIA GeForce RTX Serie (nutzbar, aber nicht empfohlen)
Consumer-Grafikkarten der GeForce-Reihe bieten in vielen Szenarien höhere Rohleistung pro investiertem Euro, sind jedoch nicht für professionelle CAD-Software optimiert. Bei CAD-Anwendungen wie DDScad, mit Fokus auf OpenGL, zeigen GeForce-Karten eine nicht so hohe Performance wie die professionellen Modelle.
Nachteile für CAD-Einsatz:
- Fehlende ISV-Zertifizierung
- Mögliche visuelle Anomalien in bestimmten OpenGL-Szenarien
- Höherer Stromverbrauch und Wärmeentwicklung
Der richtige Treiber
Bei den professionellen Karten wird nach der Typenvorgabe in der Treibersuche auf der NVIDIA Homepage der Production Branch Treiber angeboten.
Für die Consumer GeForce Karten existieren zwei unterschiedliche Treibertypen. Wenn Sie trotzdem eine solche Karte einsetzen, wählen Sie für DDScad bitte den entsprechenden Studio-Treiber.
Prüfen Sie regelmäßig, ob Sie den aktuellsten Treiber für Ihre Grafikkarte nutzen! Veraltete Treiber, kombiniert mit neueren DDScad Versionen, können zu Problemen mit der Software und Darstellung im Modell führen. Ein Check min. alle 6 Monate ist sinnvoll.
Die Optimierung im System
Für die Systemumgebung und DDScad ist es extrem wichtig, die korrekten Einstellungen vorzugeben. Zu diesem Thema stellen wir in einem separaten Beitrag weitere Informationen zur Verfügung.